Verkettung

Stets dachte ich, ich kenn mich wirklich.
Denn: meine Chronik schreib ich selbst
Jetzt frag ich mich: wie war es möglich,
dass DU den Überblick erhältst?

So mancher Wunsch bricht jetzt zu Tage.
Ich ahnte nicht mal, dass er lebt.
Wie oft stellte ich schon die Frage
was noch so kommt – wie weit das geht.

Du nimmst die Träume aus dem Köcher
als lägen sie dort konserviert.
Gießt mich – wie Wein – in einen Becher.
Zeigst mir mich selbst. Ganz unfiltriert.

Weist auf den Trester – wie aufs Wahre.
Ich schmecke Klarheit. Denke nach.
Wie fandest du das Unsagbare?
Bin ich jetzt träumend? Bin ich wach?

Du weißt so viel. Selbst auf die Schnelle.
Ich hab mich nie so tief erreicht.
Verrate mir: wo liegt die Quelle?
Wer ist die Frau, die mir so gleicht?

Wo war sie – all die vielen Jahre?
Jetzt lebt sie. Und: sie tanzt und lacht!
Längst ahn auch ich das Wunderbare:
sie schlief – jetzt ist sie aufgewacht!

Ein Hauch von Wissen. Ein Remember.
Zwei Menschen. Gleichheit. Ein Gebet.
Ein Jahr zurück. Man schrieb September.
Das Jetzt. Das Wir. Es scheint belegt.